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Von Melchow nach Leuenberg – die 6. Etappe des 66-Seenwanderwegs

Unsere letzte Tour von Wensickendorf nach Melchow auf dem 66-Seenwanderweg lag bereits einen Monat zurück, als wir uns Anfang April auf den nächsten Abschnitt begaben. Irgendwie stand diese Etappe von Anfang an unter schlechten Vorzeichen. Dennoch wurde der Tag sehr schön und die Strecke belohnte uns für allen Stress.

Holpriger Start

Wenn drei berufstätige Familienväter versuchen, einen gemeinsamen Termin für eine Wanderung zu finden, kann das schon mal etwas schwierig werden. Dieses Mal stellte es sich mit dem nahenden Osterfest und diversen Geburtstagen besonders kompliziert dar. Und dann sollten auch noch alle möglichen Dinge schief laufen:

  • Erst brauchten wir gefühlte vier Wochen, um überhaupt einen Termin zu finden.
  • Dann knickt Fräänk am Mittwoch beim Basketball um und hat so einen dicken Fuß, dass er wahrscheinlich gar nicht laufen kann.
  • Bis kurz vor dem Samstag war Dauerregen angesagt, was die allgemeine Motivation in den Keller rutschen ließ.
  • Am Morgen kippte Karli seine halbe Kanne Tee direkt in den Rucksack, weil er die Thermoskanne nach der Reinigung nicht wieder richtig dicht gekommen hatte.
  • Fräänk überhört den Wecker, verschläft und verpasst die Bahn! Sein Versuch, uns mit dem Auto einzuholen scheitert, weil die lieben Kinder im Navi die schnellen Routen über Autobahnen ausgeschaltet haben 😀
  • Und schließlich brauchen wir genau 800 Meter, um uns das erste Mal zu verlaufen!

Aber man muss ja nur so richtig fest an den Erfolg glauben! Und so starten wir – fast pünktlich – um 8 Uhr bei strahlendem Sonnenschein, aber nur 3 Grad Celsius am Samstagmorgen am Bahnhof in Melchow auf einen der längsten Abschnitte des 66-Seenwanderwegs.

Start zur 6. Etappe des 66-Seenwanderwegs
Start zur 6. Etappe des 66-Seenwanderwegs von Melchow nach Leuenberg

Etappe 1

Wir hatten uns vorgenommen, die knapp 30 Kilometer mit nur 2 Pausen bei Kilometer 10 und 20 durchzulaufen. Mit dem Wissen, dass am Ziel in Leuenberg der Bus nur alle 2 Stunden nach Werneuchen fahren würde, hatten wir auch ein ordentliches Triebmittel im Hinterkopf.

Vom Bahnhof braucht wir ca. 800 Meter in Richtig Osten, um an den offiziellen Startpunkt der Etappe zu gelangen. Hier unterlief uns der erste Navigationsfehler und wie liefen – anstatt rechts abzubiegen – ca. 500 Meter gerade aus. Solche ein Umweg klingt ja nicht nach viel, macht bei Wanderung bekanntermaßen einiges an Zeit und Energie aus! Zurück auf den richtigen Weg führt uns die Route durch den sehr idyllischen, verschlafenen Ortskern von Melchow. Nach ca. 2 km verlassen wir das Dorf und den befestigten Straßen und begeben uns in den Wald in Richtung Schönholz.

Nach weiteren 3 Kilometern erreichen wir Schönholz – ein Ortsteil vom Melchow. Hier trennt sich der 66-Seen-Rundweg vom Wanderweg „Rund um die Schorfheide“, der gen Norden verläuft bzw. uns von Norden entgegen kommt.

Wandertafel in Schönholz
Wandertafel in Schönholz

Die kleine Ortschaft ist schnell durchschritten. Wir orientieren uns weiter gen Osten und gelangen nach nach nicht ganz 2000 Metern in das Naturschutzgebiet Nonnenfließ-Schwärzetal. Hier bekommen wir das erste Wasser des Tages zu sehen, auch wenn wenn der Nonnenfließ noch keinen See ausmacht.

Kleine Brücke am Nonnenfließ
Kleine Brücke am Nonnenfließ

Der Weg auf dem Waldboden läuft sich sehr gut und so merken wir gar nicht, dass wir bereits 2 Stunden unterwegs sind. Es wird Zeit für eine erste Rast. Da hier die Frühlingsstürme ordentlich gewütet haben und die Waldwirtschaft jede Menge Baumschnitte zurückgelassen hat, finden wir auch ohne Bank schnell einen guten Platz bei Kilometer 10.

Bei unserem engagierten Marsch ist uns total durchgerutscht, dass wir den nördlichsten Punkt des 66-Seenwanderwegs passiert haben!

https://goo.gl/maps/dqbPnPmu9ruzyhrF8

Karli überrascht uns mit einer neuen Kreation: Er hat „English-Breakfast-Muffins“ vorbereitet! Dabei sind alle Zutaten eines typischen englischen Frühstücks in einem Muffin verarbeitet. Sie sind super lecker und stecken voller Energie. Das könnte unsere neue Lieblings-Wander-Speise werden 😉

Etappe 2

Gut gestärkt setzen wir unseren Weg recht bald fort. Nach etwas mehr als 2 Kilometer verlässt der 66-Seenwanderweg den Wald und wir können die Kirche von Trampe in der Ferne erkennen. Ein Blick auf meine neue Wanderkarte aus dem Onlineshop vom Tourismusverband Havelland verrät uns, dass man hier wahlweise einen etwas 2,5 Kilometer langen Umweg gehen kann, der zur Burgruine Breydin führt. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, wie gut wir wirklich in der Zeit liegen und so sparen wir uns die zusätzlichen 30 Minuten. Schade, sage ich im Nachhinein 🙁

Leichter Anstieg in Richtung Trampe
Leichter Anstieg in Richtung Trampe

Trampe selbst ist auch ein kleines Dorf, das durch die B168 gerade zu durchschnitten wird. Wir kreuzen die Bundesstraße und gehen weiter in Richtung Osten. Auf dem „Falkenberger Weg“ passieren wir einige kleine oder größere Teiche, aber immer noch keine Seen.

Bei Kilometer 17 erreichen wir den markantesten Punkt der 6. Etappe auf dem 66-Seen-Rundweg: Hier kann sich der Wanderer entscheiden, den Rundweg zu verlassen und einen Abstecher zum nord-östlich liegenden Falkenberg zu gehen. Da das allein aber schon ein Ein-Tages-Ausflug wäre und man auch sowohl hin als auch auf dem selben Weg wieder zurücklaufen müsste, orientieren wir uns direkt gen Süden!

Hier passieren wir mit dem Tiefensee und dem Gamensee die ersten beiden Seen der Etappe. Beide Seen bilden ein fast 2 Kilometer langes Feuchtgebiet, an dessen östlichen Ufer der Wanderweg entlang führt. Kurz vor dem südlichen Ende des Gamensees lädt bei Kilometer 20 ein kleiner Pavillon zur zweiten Rast ein. Wir liegen mit 4 Stunden sehr gut in der Zeit und gönnen uns die Pause!

Etappe 3

Das letzte Drittel unserer Tagestour absolvieren wir in einem Rutsch. Bis zum Ziel in Leuendorf passiert die Strecke nicht einen weiteren Ort. Der Weg führt weiter durch den Gamengrund meist durch Wald entlang verschiedener Gewässer. Die Wälder sind an vielen Stellen von den Stürmen im Frühjahr arg gezeichnet. Kurz vor dem Ziel müssen wir durch das Geäst mehrere umgestürzter Bäume klettern, da es keinen Umweg gibt.

Die feuchte Rinne des Gamengrund führt an einigen unbenannten Teichen und Tümpeln vorbei. Aber auch der eine oder andere größeren See liegt direkt am Wegesrand. Bereits wenige Meter nach der letzten Rast führt der Weg entlang des Teufelssee. Im Ranking der Namen auf dem 66-Seen-Rundweg wird Teufelssee wohl ganz weit vorn stehen 😉

Der Teufelssee soll auch ein Angelgewässer sein!?
Der Teufelssee soll auch ein Angelgewässer sein!?

Kurz bevor wir die Landstraße 341 kreuzen, gehen wir für fast 1000 Metern entlang des Buchsee. Gleich nach der Landstraße setzt sich die Landschaft fort. Er erreichen wir den Dümpel und nahezu direkt im Anschluss den Langen See.

Von hier sind es noch gut 2,5 Kilometer bis zum Ziel. Ein Blick auf den Routenplan für die Rückfahrt zeigt, dass wir einen früheren Bus als den geplanten erreichen können. Wir geben ordentlich Gas, denn der Rückweg aus Leuenberg ist nicht nur weit, sondern kann auch nicht direkt per Regionalbahn angetreten werden. Durch den Schlussspurt erreichen wir die Haltestelle in Leuenberg pünktlich. Allerdings haben wir uns im Fahrplan verschaut: Der besagte Bus fährt nicht am Wochenende! 🙁

Rückfahrt

Leuenberg ist ein kleiner Ort in der Gemeinde Höhenland. Er ist einer der wenigen Start-/Zielorte entlang des 66-Seenwanderwegs der keinen Regionalbahnanschluss hat. Es gibt zwar einen Bahnhof, welcher aber nur noch für den Gütertransport der Landwirtschaft genutzt wird. So muss man mit dem Bus bis Werneuchen fahren, um dann dort in die Bahn umzusteigen. Am Wochenende fährt der Bus nur alle 2 Stunden. Durch unseren eiligen Schlussspurt haben wir genügend Zeit zur Akklimatisierung. Allerdings ist das einzige Restaurant im Ort – die „Leuenberger Jagdclause“ – nicht mehr geöffnet. Glücklicherweise verkauft uns die Wirtin je ein Handbier an der Tür 😉

Etwas abgehetzt erreichen wir das Ziel in Leuenberg
Etwas abgehetzt erreichen wir das Ziel in Leuenberg

Alles in allem brauche ich knapp 2 Stunden für die Rückfahrt. Fräänk begleitet uns bis Werneuchen, steigt dort aber in den Bus nach Bernau um. Als ich zu Hause ankomme, hat er immer schon sein Auto in Melchow erreicht …

Mein Fazit zur 6. Etappe des 66-Seenwanderwegs

Die 6. Etappe von Melchow nach Leuenberg ist eine der längsten, aber sie ist auch eine der schönsten! Sie führt fast ausschließlich auf angenehmen Wegen durch die Natur und nur wenige Orte liegen auf der Route. Durch die vielen Wälder ist der Weg sicherlich auch im Sommer gut zu wandern. Einzig die weite An- und Abfahrt – besonders aus Leuenberg – fallen etwas störend auf.

6 der 17 Etappen sind geschafft! Wir freuen uns, schon bald den nächsten Abschnitt von Leuenberg nach Strausberg zu wandern!

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